Regionalität im Glas: Einblicke in Bierosophen-Brauerei

Bild: Florian Timmermann/ÖMR

Bild: Florian Timmermann/ÖMR

Die Öko-Modellregion Ostallgäu hat am 9. August gemeinsam mit den Bierosophen zur Veranstaltung „Verarbeitung im Dialog“ in die Nesselwanger Kleinbrauerei eingeladen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die handwerkliche Bierherstellung und diskutierten über die Herkunft der verwendeten Zutaten. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung regionale Lieferbeziehungen für die Verarbeitung und den Verkauf regionaler Lebensmittel haben.

Bei einer Führung durch die Brauerei verfolgten die Teilnehmenden den Weg des Bieres vom Maischen bis zur Gärung. Die Bierosophen verwenden Bio-Rohstoffe und brauen ihr Bier in Handarbeit. Das Bier wird weder filtriert noch pasteurisiert. Dadurch bleibt es besonders frisch im Geschmack, muss jedoch gut gekühlt gelagert werden und ist kürzer haltbar. Auch die Herkunft der Rohstoffe spielte bei der Führung eine wichtige Rolle. Der verwendete Bio-Hopfen stammt aus Tettnang. Bei Spezialmalzen gibt es derzeit dagegen keine regionalen Bezugsquellen. Die Teilnehmenden erfuhren außerdem, dass Wasser je nach Zusammensetzung einen entscheidenden Einfluss auf den Geschmack eines Bieres haben kann. „Nicht jedes Wasser ist für jedes Bier“, lautete eine Erkenntnis, die im Brauraum festgehalten wurde.

Regionale Produkte brauchen gute Vertriebswege

Im anschließenden Austausch bei Brotzeit und Bier diskutierten die Teilnehmenden insbesondere über Hindernisse beim regionalen Einkauf im Alltag. Als Herausforderungen nannten sie vor allem lange Wege, fehlende Lieferanten und mangelnde Zugänge über den Großhandel. Damit regionale Produkte stärker in Gastronomie, Handel und Alltag ankommen, brauche es verlässliche Lieferbeziehungen und bessere Vertriebswege. Der direkte Austausch zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Abnehmern könne nach Einschätzung der Teilnehmenden dabei helfen, Herausforderungen sichtbar zu machen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die Veranstaltung „Verarbeitung im Dialog“ fand im Rahmen des Projekts MAHLZEIT statt. Es wird von der Robert Bosch Stiftung im Programm „Zukunft aufgetischt!“ gefördert.