800 Besucher bei Vortrag zu Klima, Hitze und Gesundheit im MODEON

Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. med. Martin Herrmann setzen Impulse zu Klima-, Hitze- und Gesundheitsschutz.
Mit einem durch Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. med. Martin Herrmann hochkarätig besetzten Vortragsabend hat das Hitzeaktionsbündnis Ostallgäu-Kaufbeuren in Marktoberdorf ein Zeichen für mehr Bewusstsein und gemeinsames Handeln in den Bereichen Klima-, Hitze- und Gesundheitsschutz gesetzt. Zur Veranstaltung „Warum Energiewende, Klimakrise und Hitzeschutz uns alle angehen – und wie wir Lösungen entwickeln“ waren rund 800 Besucherinnen und Besuchern ins MODEON gekommen – es war damit bis auf den letzten Platz besetzt.
Größte Live-Veranstaltung bundesweit
Dr. med. Martin Herrmann, Vorsitzender von KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V., verwies darauf, dass der bundesweite Hitzeaktionstag in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfand und inzwischen von mehr als 150 Partnern getragen wird. Die Veranstaltung in Marktoberdorf war dabei die größte Live-Veranstaltung bundesweit. Dr. med. Marlene Lessel, Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands Ostallgäu, erläuterte, dass das Hitzeaktionsbündnis Ostallgäu-Kaufbeuren 2025 gegründet wurde. Unter anderem der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren unterstützen das Bündnis als Mitglieder. In ihren Grußworten betonten Landrat Bernd Stapfner und Oberbürgermeister Stefan Bosse, dass sich übergreifende Herausforderungen nur gemeinsam und über kommunale Grenzen hinweg bewältigen lassen. Bürgermeister Michael Eichinger begrüßte die Gäste in Marktoberdorf.
Klima- und Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe
Inhaltlich spannte der Abend den Bogen von den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Klimakrise bis zu ihren konkreten Folgen für die Gesundheit. Lesch erläuterte die Zusammenhänge zwischen Erderwärmung, Treibhausgasen und Klimakrise und machte deutlich, welches Potenzial in den erneuerbaren Energien steckt. Zugleich zeigte er auf, wie wichtig es ist, dass Bürgerinnen und Bürger die Energiewende aktiv mitgestalten – etwa in Form von Bürgerenergiegenossenschaften. Dabei benannte er auch Fehler und verpasste Chancen der Vergangenheit, machte aber zugleich Mut, indem er konkrete Wege für eine zukunftsfähige Energieversorgung aufzeigte. Martin Herrmann knüpfte daran an und schlug die Brücke zum Gesundheitsschutz. Er machte deutlich, dass häufigere und längere Hitzewellen auch bei uns zur Realität werden und eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen darstellen. Gleichzeitig warb er dafür, Hitzeschutz als gemeinschaftliche Aufgabe zu begreifen und vor Ort tragfähige Netzwerke aufzubauen.
Trotz des ernsten Themas gelang es beiden Referenten, mit Klarheit, Anschaulichkeit und Humor eine positive Aufbruchstimmung im ausgebuchten MODEON zu schaffen. Deutlich wurde an diesem Abend auch: Klima- und Hitzeschutz brauchen politischen Willen, regionale Verantwortung und Menschen, die bereit sind, sich einzubringen. Vor und nach dem Vortrag nutzten viele Besucherinnen und Besucher zudem den Infomarkt im Foyer, bei dem sich Initiativen aus der Region präsentierten. So wurde sichtbar, wie vielfältig das Engagement für Klima- und Hitzeschutz im Ostallgäu bereits ist. Der Termin war unter anderem Teil des Veranstaltungsprogramms „Klima und Nachhaltigkeit“ der Servicestelle Klima des Landkreises. Weitere Informationen und Angebote gibt es unter klima-app-oal.de.