Mitteilung vom

Streuobstwiesen brauchen Nachwuchs: Angehende Obstbaumpfleger starten Ausbildung

Foto: Carolin Prokscha (AELF Augsburg)

Foto: Carolin Prokscha (AELF Augsburg)

Ein rotbackiger Boskoop im feuchten Gras, darüber ein Baum, der seit Jahrzehnten Früchte trägt: Streuobstwiesen liefern nicht nur regionales Obst. Sie bieten Lebensraum und prägen unsere Kulturlandschaft. Damit sie erhalten bleiben, braucht es Menschen, die ihre Bäume fachgerecht pflegen. Insgesamt 61 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lassen sich deshalb derzeit zu qualifizierten Obstbaumpflegern ausbilden – darunter sechs aus dem Ostallgäu.

Die Ausbildung läuft bis April 2027 und umfasst mehr als 100 Stunden. Neun Online-Module vermitteln die theoretischen Grundlagen, an zehn Praxistagen wird direkt am Baum gearbeitet. Die Inhalte reichen von der Pflanzung und Jungbaumerziehung bis zum fachgerechten Erhaltungs- und Pflegeschnitt älterer Bäume. Denn für die Obstbaumpflege braucht es mehr als eine gute Gartenschere: Entscheidend ist, den Baum zu verstehen und seine Entwicklung im Blick zu behalten.

Initiative aus dem Landratsamt Ostallgäu

Die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Ostallgäu hat die Ausbildung maßgeblich mit ins Leben gerufen und den ersten Ausbildungsjahrgang 2024/25 wesentlich mitgetragen. Damals waren vier der sieben schwäbischen Landkreise beteiligt. Von Anfang an bestand das Ziel, das Angebot auf ganz Schwaben auszuweiten. Das ist nun gemeinsam mit dem Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege Schwaben, den weiteren Kreisfachberatungen und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gelungen. Auch im aktuellen Durchgang wirkt die Ostallgäuer Kreisfachberatung an der Konzeption der Lehrinhalte und der praktischen Wissensvermittlung mit. Darüber hinaus unterstützt sie die Qualitätssicherung und bewirbt das Angebot.

„Mit der Ausbildung möchten wir Menschen vernetzen, die sich fachkundig um Obstbäume kümmern und ihre Kenntnisse an andere weitergeben“, sagt David Nißle von der Kreisfachberatung am Landratsamt Ostallgäu. „Dabei denken wir weit über die nächste Ernte hinaus. Wer einen Baum heute pflegt und gesund erhält, schafft die Grundlage dafür, dass auch kommende Generationen noch Freude an unseren Streuobstwiesen haben.“