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Sechs-Punkte-Plan für wirksameren Schutz vor Waldbränden

Gruppe von 30 Personen, die auf einer Treppe vor einem Gebäude stehen. Sie lächeln und tragen unterschiedliche formelle Kleidung. Im Vordergrund sind einige große Blumentöpfe mit bunten Pflanzen sichtbar.

Der Landkreis Ostallgäu hat gemeinsam mit weiteren bayerischen Alpenlandkreisen einen Sechs-Punkte-Plan für einen wirksameren Schutz vor Waldbränden erarbeitet. Beim Austausch im Landratsamt Traunstein vertrat der stellvertretende Landrat Johannes Erd das Ostallgäu. Auch der Ostallgäuer Kreisbrandrat Markus Barnsteiner saß mit am Tisch.

 

Anlass für das Treffen waren die Waldbrände sowie der Dürresommer des Jahres 2026. Auf Initiative des Traunsteiner Landrats Andreas Danzer berieten Landkreisvertreter, Kreisbrandräte und Fachleute des Katastrophenschutzes über Verbesserungen. Beteiligt waren auch Vertreter des Bayerischen Innenministeriums, des Bayerischen Landesamts für Bevölkerungsschutz und des Bayerischen Landkreistags. „Beim Waldbrandschutz dürfen wir nicht erst handeln, wenn es brennt. Wir müssen rechtzeitig vorsorgen und unsere Einsatzkräfte bestmöglich auf den Ernstfall vorbereiten. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Alpenlandkreise gemeinsam anpacken und konkrete Verbesserungen auf den Weg bringen. Damit schützen wir die Menschen, unsere Wälder und diejenigen, die im Einsatz Verantwortung übernehmen“, erklärt Landrat Bernd Stapfner.

 

Die sechs Handlungsfelder:

  • Luftunterstützung verlässlich organisieren: Rahmenverträge mit privaten Hubschrauberanbietern ermöglichen und geeignete Tankmöglichkeiten vorbereiten.
  • Alpintaugliche Ausstattung bereitstellen: Leichtere Schutzausrüstung und einheitliche Spezialgeräte vorhalten, gemeinsame Anschaffungen ermöglichen und entsprechende Förderangebote schaffen. 
  • Ausbildung gezielt stärken: Praxisnahe Lehrgänge für Einsätze im Gebirge anbieten und Waldbrandbekämpfung intensiver in die „Modulare Truppausbildung“ aufnehmen.
  • Löschwasserversorgung und Waldpflege weiterentwickeln: Entnahmestellen für Löschwasser und geeignete Zufahrten ausbauen; digitale Karten zur Waldbrandgefahr verbessern. 
  • Einsatzführung, Lageübersicht und Alarmierung verbessern: Alarmierungsabläufe optimieren, digitale Systeme vereinheitlichen, und Schnittstellen zwischen Beteiligten regeln.
  • Kommunen finanziell absichern: Eine staatliche Übernahme außergewöhnlich hoher Einsatzkosten – besonders für Hubschrauber – auch unterhalb der Katastrophenfall-Schwelle prüfen. Alternativ einen staatlichen Waldbrandfonds schaffen, um kleinere Berggemeinden zu entlasten. 

 

Die Vorschläge sollen nun über den Bayerischen Landkreistag und das Innenministerium auf Landesebene weiterverfolgt werden.