Psychosen bei jungen Erwachsenen: Fachforum im Landratsamt Ostallgäu beleuchtet Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützung im Alltag

Auf dem Bild v. l.: Vorsitzender des GPV Kaufbeuren-Ostallgäu Christian Meier, Dr. Franziska Pröller, Dr. Roland Klug und Dr. German Penzholz. Bildrechte: Benedikt Tichelmann, Bezirk Schwaben
Was sind Psychosen, wie werden sie behandelt und welche Unterstützung brauchen Betroffene außerhalb der Klinik? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Fachforums des Gemeindepsychiatrischen Verbunds Kaufbeuren-Ostallgäu im Landratsamt Ostallgäu. Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Beratungsstellen und sozialmedizinischen Fachstellen nahmen daran teil.
Dr. Roland Klug und Dr. Franziska Pröller stellten das Angebot LUI des Bezirkskrankenhauses Günzburg vor. Die Abkürzung steht für „Lebensnähe, Unterstützung und Information“. Das Team um LUI hilft Menschen mit psychotischen Erkrankungen, ihre aktuelle Krise zu verstehen und zu bewältigen. Ziel ist eine langfristige Stabilisierung.
Ein möglichst früher Therapiebeginn verbessert die Aussichten auf einen Behandlungserfolg bei Psychosen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab und muss nicht zwangsläufig Medikamente beinhalten. Lange Wartezeiten auf fachärztliche Termine und die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung können jedoch dazu führen, dass Betroffene erst spät Hilfe erhalten.
Die Referenten betonten die Bedeutung des sozialen Umfelds für die Therapie. In Arbeitsgruppen erörterten die Teilnehmenden, welche Bedarfe in den Bereichen Beratung, Wohnen, Arbeit und Sucht bestehen und welche Lösungsansätze im Ostallgäu möglich sind.
Dr. German Penzholz, Inklusionskoordinator des Landkreises Ostallgäu, ermutigt Betroffene, Unterstützung anzunehmen: „Wir haben in unserem Landkreis mehrere tausend Personen mit einer psychischen Erkrankung, darunter hunderte mit psychotischen Formen. Ich möchte jeden von ihnen ermutigen, Hilfe zu suchen und anzunehmen.“
Beratung und Hilfe
Menschen mit einer psychischen Erkrankung und ihre Angehörigen können sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst Kaufbeuren unter 08341 81050 wenden. In akuten psychischen Krisen ist der Krisendienst unter 0800 6553000 rund um die Uhr erreichbar.