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Präventionstag im Landratsamt: Gesundheit stärken und frühzeitig Unterstützung finden

Ein Vortrag in einem modernen Raum mit großen Fenstern. Eine Gruppe von Menschen sitzt in Stühlen und schaut auf eine Präsentation, die eine Karte zeigt. Der Redner steht vor der Leinwand und erklärt etwas.

Wie lässt sich die geistige Gesundheit fördern? Woran können Menschen eine dauerhafte Überlastung erkennen? Und welche Unterstützung gibt es in der Region? Diese Fragen standen beim Präventionstag des Gesundheitsamtes Ostallgäu am Montag, 12. Oktober 2026, im Mittelpunkt. Mit zwei Fachvorträgen und einem regionalen Infomarkt beteiligte sich der Landkreis am 2. Bayerischen Präventionstag unter dem Leitgedanken „Gemeinsam aktiv für mehr Gesundheit!“.

Landrat Bernd Stapfner eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung von Prävention für den Alltag: „Gesundheit bedeutet weit mehr, als körperlich fit zu sein. Es geht um Lebensqualität, Selbstständigkeit, Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe.“ Der Abend sollte Wissen vermitteln, Menschen miteinander vernetzen und frühzeitig auf Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Mit kleinen Veränderungen die Gehirngesundheit fördern

Dr. Christoph Nowak, Facharzt für Allgemeinmedizin und ehemaliger Hausarzt, erläuterte aktuelle Erkenntnisse zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Dabei machte er deutlich, dass Vergesslichkeit im Alltag nicht automatisch auf eine Demenz hinweist. Er ging auch darauf ein, welche Fragen die Forschung bereits beantworten kann und wo weiterhin Unsicherheiten bestehen.

Ein Schwerpunkt lag auf den Möglichkeiten der Vorbeugung. Nowak erläuterte, welchen Beitrag Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte zur Gehirngesundheit leisten können. Auch Schlaf, der Umgang mit Stress sowie die Gesundheit von Herz und Kreislauf wurden angesprochen. Alzheimer lasse sich nicht in jedem Fall verhindern. Dennoch lohne es sich in jedem Alter, mit kleinen, realistischen Veränderungen etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Dabei gehe es nicht um Perfektion, sondern um Gewohnheiten, die sich langfristig in den Alltag integrieren lassen.

Psychische Belastungen erkennen und gegensteuern

Frank Gebler, Pflegedienstleiter der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren, widmete sich der mentalen Gesundheit. Er erklärte, wie Stress entsteht, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen er haben kann und woran eine anhaltende Überlastung erkennbar wird. Zudem erläuterte er die Unterschiede zwischen Erschöpfung, Burnout und Depression.

Für den Umgang mit Belastungen stellte Gebler alltagstaugliche Ansätze vor: Aufgaben realistisch planen, Prioritäten setzen, persönliche Grenzen wahrnehmen und Erholung bewusst einplanen. Auch soziale Kontakte, Bewegung und Entspannung waren Themen des Vortrags. Bei anhaltenden Beschwerden sei es wichtig, frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen. Gebler betonte zugleich, dass Gesundheitsinformationen eine individuelle Diagnose oder Therapie nicht ersetzen können.

Regionale Anlaufstellen kennenlernen

Ergänzend zu den Vorträgen bot der Infomarkt im Raum Aggenstein Gelegenheit, Beratungs- und Unterstützungsangebote kennenzulernen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Vertreten waren die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®), die Offene Behindertenarbeit, die Selbsthilfe-Kontaktstelle Allgäu, das Bayerische Rote Kreuz Ostallgäu, KoKi – Netzwerk Frühe Kindheit Kaufbeuren, der Pflegestützpunkt Ostallgäu sowie die Bildungs- und Erholungsstätte Langau. Informationsmaterial des Krisendienstes Schwaben ergänzte das Angebot.

„Niemand muss mit Sorgen und Belastungen allein bleiben. Im Ostallgäu gibt es engagierte Einrichtungen, Beratungsstellen und Menschen, die zuhören, Orientierung geben und begleiten“, sagte Stapfner. Er dankte den Referenten, den Mitwirkenden an den Informationsständen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes für die Vorbereitung und Gestaltung des Abends.